Wer macht eigentlich die Kreuzworträtsel?

Rätsel Kreuzworträtsel Schwedenrätsel

Wir lüften ein Geheimnis –

Wir geben es zu: Die meisten Schwedenrätsel macht der Computer. Geahnt haben die meisten von Ihnen es sowieso, warum also länger so tun, als wenn es anders wäre.
Und doch … es gibt sie schon noch, die Kreuzworträtselautoren, Meister der Wortkombinationen und Querdenker, die von Glücksgefühlen erfüllt sind, wenn Sie es geschafft haben, ein Schwedenrätselgitter bis auf die letzte Lücke mit Buchstaben zu füllen. Andächtige Ruhe kehrt ein, während mit scharfem Blick noch einmal alles kontrolliert wird.Qualität hat ihren Preis, darum werden Rätselautoren nicht mehr so häufig um ihren Einsatz gebeten wie vielleicht noch vor zehn Jahren.


Ganz unter uns, wo wir so nett dabei sind, aus dem Nähkästchen zu plaudern: Bevor der Computer das fertige Rätsel ausgibt, ist natürlich so einiges an Vorarbeit geleistet worden.Von wem? Nennen wir sie ruhig Begriffssucher und Vordenker, sowie, nicht zu vergessen, die Besserwisser, die noch im letzen Moment an der Wortwahl der Definition herumfeilen. Sie alle haben vorher gezeigt, was sie können.


Sie verstecken sich hauptsächlich, aber nicht nur, in den Tagesnachrichten, die Begriffe, die es wert sind, neu in die große Sammlung der vielen Wörter aufgenommen zu werden, die eine Kreuzworträtseldatenbank ausmachen. Man muss also genau hinhören und lesen, wenn man auf der Suche nach neuen Begriffen für Kreuzworträtsel ist. Zum Begriffssucher wird dementsprechend nur der auserkoren, der gut aufpasst und am Weltgeschehen interessiert ist. Sei es der Tod einer Person des öffentlichen Lebens, der Name eines Weltraumteleskops, ein Ausdruck der Informationstechnologie, ein Trendbegriff … es wird notiert und so umschrieben, dass es für den Rater ratbar ist. Beim Umschreiben oder auch Definieren eines Wortes kann man bereits festlegen, wie leicht der Begriff später zu erraten ist.

Ein Begriff und mehrere Möglichkeiten, ihn zu umschreiben

Und nun das, worauf Sie bestimmt schon gewartet haben: ein Beispiel der „Wortverwertung“
Nehmen wir den Begriff KRONE. Ich gebe zu, er fristet schon lange sein Dasein in der Datenbank, findet aber immer wieder seinen Platz im Rätsel. Fünfbuchstabige Wörter gehören schließlich zu den Lieblingen des Computers. Folgende Definitionen wären unter anderem möglich:

Kopfschmuck des Königs (ganz klar, das kommt in die Kinderdatei)
oberer Baumabschnitt (ziemlich leicht)
Herrschaftszeichen eines Monarchen (auch leicht)
Teil des Zahnes (leicht)
bestimmte Art von Zahnersatz (noch leicht)
dänische Währung (auch nicht schwer)
Teil des Geweihs (Jägersprache, nicht mehr so leicht)
Einstellrädchen einer Uhr (kann man noch wissen)
Teil der Uhr (schon kniffeliger)
deutscher Politiker (Heinrich, 1895-1989) (schwer)
Ortsteil von Witten (kommen nur Insider drauf)



Bei der Auftragserteilung bestimmt der Kunde den Schwierigkeitsgrad des Rätsels, das er seinen Lesern präsentieren möchte.
Daher ist es sinnvoll, für jeden Begriff mehrere Definitionen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden in der Datenbank zu haben. Das ist aber noch nicht alles!

So wie es Zeitschriften für Frauen gibt und solche, deren Inhalte eher Männer interessieren, werden die Wörter auch in verschiedene Wortgruppen eingeteilt. Will ich in einem Frauenmagazin ein Rätsel mit vielen technischen Fachbegriffen raten? Und umgekehrt: Was sucht der Begriff Cellulitis in dem Rätsel einer Autozeitschrift? Eben! Manchmal ist es ganz gut, getrennte Wege zu gehen. Nicht zuletzt wären da noch die vielen Fachbegriffe aus den Bereichen Angeln, Medizin, Computer etc., die alle fein säuberlich in speziellen Dateien abgelegt werden.


Sprache verändert sich

Sprache ist schon immer im Wandel gewesen. Wörter verschwinden aus dem Sprachgebrauch, neue kommen hinzu.Neben Anglizismen gibt es jede Menge neuer Begriffe, die ein Großteil von uns regelmäßig verwendet und andere gar nicht. Dann kann es auch schon mal zu Reklamationen kommen. Und wissen Sie was: Ich kann das manchmal gut verstehen! In letzter Konsequenz ist die Aufenthaltsdauer eines bestimmten Wortes in der Datenbank dann manchmal nur kurz und es wird wieder entfernt, oder unser Besserwisser, der übrigens alle Preis- und Sonderrätsel vor dem Versand noch einmal durchrät, kommt zum Zuge und formuliert eine neue Umschreibung.



Sie sehen, bevor die Tasten des Computers gedrückt werden, ist sehr viel Kopf- und Handarbeit im Spiel. Das finden Sie aber nur bei professionellen Rätselanbietern, diesen Service kann kein Billigprogramm leisten.
So, nun aber ... der Rechner wartet auf seinen Einsatz! Nein, eigenlich wartet der Mann, der alle Vorgaben (Rätselgröße, Aussparungen, Schrift, Farbe, Lösungsleiste etc.) in das technische Gerät eingibt. Er bestimmt, welche Dateien zum Einsatz kommen, er muss am Ende ein gutes Rätsel von einem weniger optimalen unterscheiden können. Denn es ist durchaus nicht so, dass nach Knopfdruck an der Rätselqualität nicht noch etwas verbessert werden könnte.

 

Das Kreuz mit den Wörtern

Und wieder einmal ist es die Metropole New York in der alles seinen Anfang hatte. Ob Arthur Wynne damals, am 21. Dezember 1913 hätte erahnen können, was sein Wortpuzzle auslösen würde?
Das erste Kreuzworträtsel war erdacht und zu Papier gebracht worden.

Lesen Sie hier die spannende Geschichte des Kreuzworträtsels
 



Aktueller Inhalt vom: 20.02.2012